Header Blog RA Dittmann

Der Ablauf der Betriebsprüfung

Veröffentlicht am: 18. Juli 2014 von: Sandro Dittmann Kategorie(n): Blog, Steuerrecht

Wurde die Betriebsprüfung angeordnet wird es spannend für jeden Unternehmer.

Der wichtigste Punkt vorweg – stellen Sie dem Betriebsprüfer nur die tatsächlich verlangten Unterlagen zur Verfügung und gewähren Sie ihm keinen freien Zugang zu allen anderen Unterlagen.

Als Antwortperson kommt nur der Unternehmer in Betracht – hierzu ist er auch verpflichtet.

Verhängen Sie einen „Maulkorb“. Ohne Ihre Autorisation darf kein Mitarbeiter Auskunft erteilen!

In der Praxis haben sich einige Schwerpunkte der Kontrollen durch den Betriebsprüfer herausgestellt, die nachfolgend aufgeführt werden sollen.

Diese Liste kann leider nicht abschließend sein, da sich die Betriebsprüfer je nach Branche immer neue Details einfallen lassen.

  • Wurden alle Einnahmen und Umsätze vollständig erfasst?
  • Bestehen Kassendifferenzen – besonders beliebt dabei –„Minusbestände“ in einer Kasse gibt es nicht!
  • Welche Entnahmen hat der Unternehmer getätigt? Intervalle und Höhe
  • Können die Entnahmen den tatsächlichen privaten Lebensstil decken?
  • Stimmen die Entnahmen mit möglichen privaten Einlagen überein? Wo kommen die Gelder für Einlagen sonst her?
  • Wurde Betriebsvermögen entnommen und damit stille Reserven aufgedeckt?
  • Bestehen Verträge mit nahen Angehörigen? Der Ehefrau? Kindern?
  • Gibt es erhebliche Buchführungsmängel, die als Grundlage für die Befugnis zu einer Schätzung herangezogen werden können?
  • Wurden Betriebsausgaben korrekt erfasst und gibt es aussagekräftige Beleg hierfür?
  • Handelt es sich bei den Ausgaben um sofort abzugsfähige Betriebsausgaben oder gehören die Gegenstände ins Anlagevermögen und müssen abgeschrieben werden?
  • Existieren Doppelbuchungen? Wurden private Kosten als Betriebsausgaben aufgenommen?
  • Wurde das Fahrtenbuch ordnungsgemäß geführt?

Praxistipp vom Fachanwalt

Es gibt ausreichende Stolpersteine im Rahmen einer Betriebsprüfung. Sie sollten sich von Anfang an einen Beistand suchen, der mit dem Betriebsprüfer auf Augenhöhe kommunizieren kann und auch klare Grenzen aufzeigt.

Dabei sollten Sie auch daran denken, dass Ihr Steuerberater noch oft mit dem Finanzamt zusammenarbeiten muss – daher sind leider sehr oft Aussagen zu hören, wonach „man sich lieber nicht mit dem Finanzamt anlegen sollte“.

Das ist nur bedingt korrekt – die Durchsetzung Ihrer Rechte im Besteuerungsverfahren muss oberstes Anliegen sein. Dass der Steuerberater auch in anderen Sachen mit dem Finanzamt zusammenarbeiten muss ist verständlich – kann und darf aber nicht zu Ihrem Nachteil erfolgen!

Sprechen Sie daher lieber gleich mit einem Fachanwalt für Steuerrecht – der selbstverständlich auch gern mit Ihrem Steuerberater zusammenarbeitet und damit den „schwarzen Peter“ gegenüber dem Finanzamt übernimmt!


Rechtsanwalt Sandro Dittmann
Fachanwalt für Steuerrecht
Fachanwalt für Handels- & Gesellschaftsrecht

Gern beantworte ich Ihre Fragen – kontaktieren Sie mich!

Blog

Aktuelle Beiträge & Einblicke.

Der verdeckte Gesellschafterwechsel – Wann entsteht er und welche Folgen sind zu bedenken?

Ein Gesellschafterwechsel in der GmbH ist normalerweise eine klare Sache: Notartermin, Unterschriften, Handelsregisteranmeldung, neue Gesellschafterliste. Alles offiziell, alles sauber. Doch was passiert, wenn der Wechsel nicht offen, sondern eher „durch die Hintertür“ passiert? Also verdeckt? Und warum kann das für Geschäftsführer/innen – auch hier in Dresden und Chemnitz – schnell zum echten Problem werden? Was…

Mehr

Können Gesellschafterversammlungen auch virtuell abgehalten werden?

Digitale Meetings gehören längst zum Alltag. Kein Wunder also, dass viele Unternehmerinnen und Unternehmer sich fragen, ob auch Gesellschafterversammlungen online stattfinden dürfen – zum Beispiel per Videokonferenz. Die kurze Antwort lautet: Ja, das geht.Die etwas längere: Ja, aber nicht ohne bestimmte Regeln. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wann virtuelle Versammlungen zulässig sind, welche Voraussetzungen…

Mehr

Unterschied zwischen Schiedsgericht und normalem Gericht: Was Gesellschafter in Sachsen wissen sollten

Schiedsgericht: privat, vertraulich, bindend Vorteile eines Schiedsgerichts Nachteile Normales Gericht: staatlich, berechenbar, mit Berufung Das ordentliche Gericht – z. B. das Landgericht Dresden oder das Landgericht Chemnitz – ist der klassische Rechtsweg. Merkmale Mediation: Einigung statt Urteil Als Alternative gibt es die Mediation. Eine Liste möglicher Mediatoren können Sie z.B. von der IHK Dresden erhalten….

Mehr

Was ist die Gesellschaftssatzung –und was gehört unbedingt hinein?

Wenn Sie Gesellschafter/in einer GmbH oder UG werden, kommen Sie an einem Begriff nicht vorbei: der Gesellschaftssatzung (auch „Gesellschaftsvertrag“ genannt). Sie ist das Fundament Ihrer Gesellschaft – rechtlich, wirtschaftlich und im Miteinander. Doch was genau regelt die Satzung? Welche Punkte sollten unbedingt enthalten sein? Und worauf sollten Sie als (zukünftige) Gesellschafter besonders achten? In diesem…

Mehr

top