Header Blog RA Dittmann

Steuerrechtliche Probleme – Nichtverheiratete Paare aufgepasst!

Veröffentlicht am: 7. Juli 2014 von: Sandro Dittmann Kategorie(n): Blog, Steuerrecht

Unterliegen zinslose Darlehen unter Lebensgefährten der Schenkungssteuer?

Die Gewährung eines zinslosen Darlehens an einen Lebensgefährten ist als freigebige Zuwendung zu behandeln. BFH, Urt. v. 27.11.2013 II R 25/12

Was genau heißt das jetzt?

Im Klartext – es muss Schenkungssteuer gezahlt werden!

Der entschiedene Sachverhalt kann jedes nichtverheiratete Paar betreffen – die Klägerin erhielt von ihrem Lebenspartner ein Darlehen. Das Darlehen verwendete sie, um ein anderweitig aufgenommenes Bankdarlehen abzulösen.

Die Klägerin zahlte auf das Darlehen keine Zinsen – daher setzte das Finanzamt Schenkungsteuer fest.

Der Bundesfinanzhof bestätigte die Auffassung des Finanzamtes – die Festsetzung der Schenkungsteuer war rechtmäßig.

Der BFH stellt klar, dass in der zinslosen Gewährung eines Darlehens bei Fehlen einer Gegenleistung eine freigebige Zuwendung nach § 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG vorliegt. Durch die Gewährung des Zinsvorteiles tritt eine Vermögensmehrung auf Seiten des Darlehensempfängers ein, da ja gerade die Zinsen erspart werden – und diese Vermögensmehrung wird als Schenkung klassifiziert.

Die Berechnung der Zuwendung kann in Zeiten der Niedrigzinsen nur Kopfschütteln hervorrufen – der BFH geht von anzusetzenden 5,5% aus.

Praxistipp vom Fachanwalt

Die Entscheidung zeigt, dass das Finanzamt an jedem Sachverhalt mitverdienen möchte. Auch Verträge, die im privaten Bereich geschlossen werden, können damit der Steuerpflicht unterliegen.

Die zinslose Gewährung eines Darlehens ohne eine sonstige Gegenleistung stellt damit nunmehr immer eine freigebige Zuwendung dar. Damit unterliegt diese auch der Schenkungsteuer.

Verträge sollten daher immer unter dem Gesichtspunkt des Steuerrechts geprüft werden und entsprechend an die Regelungen des Steuerrechts angepasst werden.

Für alle, die nunmehr der Vorstellung unterliegen, dass das Finanzamt „ja sicher nichts mitbekommen wird“: Im entschiedenen Fall hatte sich das Paar getrennt und der Partner das Darlehen eingeklagt. Daneben hat er dem Finanzamt den Fall offengelegt und dieses setzte daraufhin die Schenkungsteuer fest.


Rechtsanwalt Sandro Dittmann
Fachanwalt für Steuerrecht
Fachanwalt für Handels- & Gesellschaftsrecht

Gern beantworte ich Ihre Fragen – kontaktieren Sie mich!

Blog

Aktuelle Beiträge & Einblicke.

Der verdeckte Gesellschafterwechsel – Wann entsteht er und welche Folgen sind zu bedenken?

Ein Gesellschafterwechsel in der GmbH ist normalerweise eine klare Sache: Notartermin, Unterschriften, Handelsregisteranmeldung, neue Gesellschafterliste. Alles offiziell, alles sauber. Doch was passiert, wenn der Wechsel nicht offen, sondern eher „durch die Hintertür“ passiert? Also verdeckt? Und warum kann das für Geschäftsführer/innen – auch hier in Dresden und Chemnitz – schnell zum echten Problem werden? Was…

Mehr

Können Gesellschafterversammlungen auch virtuell abgehalten werden?

Digitale Meetings gehören längst zum Alltag. Kein Wunder also, dass viele Unternehmerinnen und Unternehmer sich fragen, ob auch Gesellschafterversammlungen online stattfinden dürfen – zum Beispiel per Videokonferenz. Die kurze Antwort lautet: Ja, das geht.Die etwas längere: Ja, aber nicht ohne bestimmte Regeln. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wann virtuelle Versammlungen zulässig sind, welche Voraussetzungen…

Mehr

Unterschied zwischen Schiedsgericht und normalem Gericht: Was Gesellschafter in Sachsen wissen sollten

Schiedsgericht: privat, vertraulich, bindend Vorteile eines Schiedsgerichts Nachteile Normales Gericht: staatlich, berechenbar, mit Berufung Das ordentliche Gericht – z. B. das Landgericht Dresden oder das Landgericht Chemnitz – ist der klassische Rechtsweg. Merkmale Mediation: Einigung statt Urteil Als Alternative gibt es die Mediation. Eine Liste möglicher Mediatoren können Sie z.B. von der IHK Dresden erhalten….

Mehr

Was ist die Gesellschaftssatzung –und was gehört unbedingt hinein?

Wenn Sie Gesellschafter/in einer GmbH oder UG werden, kommen Sie an einem Begriff nicht vorbei: der Gesellschaftssatzung (auch „Gesellschaftsvertrag“ genannt). Sie ist das Fundament Ihrer Gesellschaft – rechtlich, wirtschaftlich und im Miteinander. Doch was genau regelt die Satzung? Welche Punkte sollten unbedingt enthalten sein? Und worauf sollten Sie als (zukünftige) Gesellschafter besonders achten? In diesem…

Mehr

top