Header Blog RA Dittmann
Gesellschaftsrecht

Wie werden Gesellschafter in einer GmbH bezahlt?Steuerliche Herausforderungen und Möglichkeiten

Sandro Dittmann
Rechtsanwalt · Fachanwalt für Steuerrecht · Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht

Gesellschafter einer GmbH können auf ganz unterschiedliche Weisen vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens profitieren. Eine weit verbreitete Methode ist die Gewinnausschüttung zum Ende eines Geschäftsjahres.

Eine andere Möglichkeit ist die Zahlung eines Gehalts. Dies wird insbesondere in den Fällen häufig umgesetzt, in denen der Gesellschafter gleichzeitig auch als Geschäftsführer fungiert.

In der Vergangenheit ist bereits der eine oder andere Gesellschafter-Geschäftsführer auf die Idee gekommen, durch eine besonders hohe Gehaltsauszahlung die Gewinne und damit die steuerlichen Verpflichtungen der GmbH zu senken. Dieser Kniff ist jedoch kein Geheimtipp. Bei Prüfungen durch das Finanzamt werden die Gesellschaftergehälter daher in der Regel akribisch geprüft, bevor sie steuerlich anerkannt werden.

Wichtige Elemente bei der Gehaltsdefinition eines Gesellschafters

  1. Angemessenheit der Vergütung: Wenn Sie das Gehalt eines Gesellschafters festlegen, müssen Sie darauf achten, dass die Höhe in etwa den Gehältern von Geschäftsführern in vergleichbaren Unternehmen der gleichen Branche entspricht. Idealerweise dokumentieren Sie Ihre Quellen und Ergebnisse, damit Sie diese dem Finanzamt bei Fragen vorlegen können.
  2. Vergütungselemente: Neben der klassischen Vergütung (dem monatlichen Gehalt) kann eine Vergütung aus vielen weiteren Bestandteilen zusammengesetzt werden. So werden z.B. Firmenwagen, Sozialleistungen, betriebliche Altersvorsorge und Versicherungen sowie das Urlaubs- und Weihnachtsgeld vom Finanzamt ebenfalls in die Bewertung einbezogen.
  3. Anstellungsvertrag: Um für alle Fragen gerüstet zu sein, sollten auch Gesellschafter, die als Geschäftsführer einer GmbH angestellt sind, einen vollständigen und korrekten Anstellungsvertrag erhalten. Dieser muss den marktüblichen Konditionen entsprechen und sollte in jedem Fall VOR Antritt der Tätigkeit schriftlich fixiert sein. Rückwirkende Verträge sind zu vermeiden!

Steuerliche Herausforderungen und Interpretationsprobleme

Falls das Finanzamt befindet, dass die Gehaltszahlungen an den Gesellschafter unangemessen hoch angesetzt sind, sprechen sie von einer sogenannten »verdeckten Gewinnausschüttung«. (Das Gegenteil wird übrigens nicht geprüft – Sie dürfen sich als Geschäftsführer-Gesellschafter also durchaus einen Hungerlohn zahlen.)

Als Maßstab wird hierbei immer der Markt herangezogen. Weiterhin wird beurteilt, ob ein Nichtgesellschafter unter neutraler Betrachtung exakt die gleichen Konditionen erhalten würde.

Falls eine verdeckte Gewinnausschüttung festgestellt wird, akzeptiert das Finanzamt die Zahlung des Gehaltes nicht als Betriebsausgabe. Dies hat zur Folge, dass sowohl das Einkommen der GmbH als auch des Gesellschafters korrigiert wird – mit teilweise empfindlich hohen Nachzahlungen.

Das Finanzamt wirft Ihnen eine verdeckte Gewinnausschüttung vor?

Sprechen Sie uns an! Wir prüfen die Situation und unterstützen Sie in der Argumentation gegenüber dem Finanzamt.

Noch besser ist es, wenn Sie sich vorab beraten lassen, damit Ihre Gesellschafterverträge solide fundiert sind. So vermeiden Sie Stress und nachträgliche Korrekturen.

Buchen Sie jetzt einen Ersttermin!

Beratung anfragen

Sie möchten das Thema auf Ihren konkreten Fall prüfen lassen? Vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch.

Jetzt Termin anfragen

Blog

Aktuelle Beiträge & Einblicke.

GmbH-Gesellschaftsvertrag: Warum „von der Stange“ später oft richtig teuer wird

Fünf typische Schwachstellen in Muster-Gesellschaftsverträgen – und wie Sie mit individueller Gestaltung Streit, Notarkosten und Blockaden vermeiden. Viele GmbH- oder UG-Gründungen starten mit einem Standard-Gesellschaftsvertrag – häufig aus einem Muster, das „schnell geht“, vom Steuerberater vorbereitet oder beim Notar als bewährte Vorlage genutzt wird. Das ist verständlich: In der Gründungsphase zählt Tempo, und man möchte…

Mehr

Vermögensschutz für Unternehmer – rechtssicher,strategisch, nachhaltig

Warum die Trennung von Privatvermögen und Firmenvermögen entscheidend ist und weshalb die Stiftung die effektivste Lösung darstellt Der Vermögensschutz für Unternehmer zählt zu den zentralen Zukunftsfragen moderner Unternehmensführung. Mit wachsendem unternehmerischem Erfolg steigen Haftungsrisiken, steuerliche Zugriffsmöglichkeiten und insolvenzrechtliche Gefahren. Eine professionelle Vermögensstruktur entscheidet darüber, ob unternehmerische Risiken das private Lebenswerk gefährden oder konsequent abgeschirmt bleiben….

Mehr

Holdingstruktur für Unternehmer – steuerlich optimieren, rechtlich absichern, strategisch wachsen

Welche Holdingmodelle sinnvoll sind, wo die Vorteile liegen und welche Nachteile realistisch zu berücksichtigen sind Die Holdingstruktur ist eines der wirkungsvollsten Instrumente moderner Unternehmens- und Vermögensplanung. Richtig gestaltet, ermöglicht sie Steueroptimierung, Haftungstrennung, Vermögensschutz und Nachfolgeplanung aus einer Hand. Falsch oder unreflektiert umgesetzt, kann sie hingegen zu unnötiger Komplexität, steuerlichen Nachteilen und rechtlichen Risiken führen. Dittmann…

Mehr

Der verdeckte Gesellschafterwechsel – Wann entsteht er und welche Folgen sind zu bedenken?

Ein Gesellschafterwechsel in der GmbH ist normalerweise eine klare Sache: Notartermin, Unterschriften, Handelsregisteranmeldung, neue Gesellschafterliste. Alles offiziell, alles sauber. Doch was passiert, wenn der Wechsel nicht offen, sondern eher „durch die Hintertür“ passiert? Also verdeckt? Und warum kann das für Geschäftsführer/innen – auch hier in Dresden und Chemnitz – schnell zum echten Problem werden? Was…

Mehr

top