Header Blog RA Dittmann

Haftung eines Steuerberaters bei verspäteter Insolvenzantragstellung bejaht

Veröffentlicht am: 25. Oktober 2013 von: Sandro Dittmann Kategorie(n): Insolvenzrecht, Urteile

Bundesgerichtshof: Steuerberater kann für die verspätete Insolvenzantragstellung seiner Mandanten haften

Ein Steuerberater kann auf Schadensersatz wegen verspäteter Insolvenzantragstellung dann in Anspruch genommen werden, wenn er seinem Mandanten gegenüber erklärt, dass „die Überschuldung lediglich bilanzieller Natur sei“. Stellt ein Steuerberater während seines Auftrages zur Erstellung der Steuerbilanz fest, dass sein Mandant überschuldet ist, muss er diesen auf die bestehende Insolvenzantragspflicht hinweisen – hat er selbst keine ausreichenden Kenntnisse um zu diesem Punkt zu beraten, sollte er zwingend fachlichen Rat einholen.

Vorsicht Insolvenzverschleppungshaftung!

Teilt er seinem Mandanten mit, dass die Überschuldung nur bilanziell sei und stellt der Mandant deswegen einen verspäteten Insolvenzantrag, macht sich der Steuerberater schadensersatzpflichtig. Es greift die Insolvenzverschleppungshaftung.

Der Schaden der Gesellschaft, der dann regelmäßig durch den Insolvenzverwalter geltend gemacht wird, bemisst sich nach der Differenz zwischen der Vermögenslage bei (verspätetem) Insolvenzantrag und dem Zeitpunkt, an dem tatsächlich bereits der Antrag hätte gestellt werden müssen.

Zwar soll grundsätzlich ein Mitverschulden des Geschäftsführers der GmbH berücksichtigt werden, aber eine nicht unerhebliche Mitschuld bleibt dem Steuerberater zugewiesen (BGH, Az. IX ZR 204/12).

Fazit:

Steuerberater sind bei „Krisenmandanten“ gut beraten, wenn ein Fachmann auf dem Gebiet des Insolvenzrechts eingeschaltet wird.


Rechtsanwalt Sandro Dittmann
Fachanwalt für Steuerrecht
Fachanwalt für Handels- & Gesellschaftsrecht

Gern beantworte ich Ihre Fragen – kontaktieren Sie mich!

Blog

Aktuelle Beiträge & Einblicke.

Der verdeckte Gesellschafterwechsel – Wann entsteht er und welche Folgen sind zu bedenken?

Ein Gesellschafterwechsel in der GmbH ist normalerweise eine klare Sache: Notartermin, Unterschriften, Handelsregisteranmeldung, neue Gesellschafterliste. Alles offiziell, alles sauber. Doch was passiert, wenn der Wechsel nicht offen, sondern eher „durch die Hintertür“ passiert? Also verdeckt? Und warum kann das für Geschäftsführer/innen – auch hier in Dresden und Chemnitz – schnell zum echten Problem werden? Was…

Mehr

Können Gesellschafterversammlungen auch virtuell abgehalten werden?

Digitale Meetings gehören längst zum Alltag. Kein Wunder also, dass viele Unternehmerinnen und Unternehmer sich fragen, ob auch Gesellschafterversammlungen online stattfinden dürfen – zum Beispiel per Videokonferenz. Die kurze Antwort lautet: Ja, das geht.Die etwas längere: Ja, aber nicht ohne bestimmte Regeln. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wann virtuelle Versammlungen zulässig sind, welche Voraussetzungen…

Mehr

Unterschied zwischen Schiedsgericht und normalem Gericht: Was Gesellschafter in Sachsen wissen sollten

Schiedsgericht: privat, vertraulich, bindend Vorteile eines Schiedsgerichts Nachteile Normales Gericht: staatlich, berechenbar, mit Berufung Das ordentliche Gericht – z. B. das Landgericht Dresden oder das Landgericht Chemnitz – ist der klassische Rechtsweg. Merkmale Mediation: Einigung statt Urteil Als Alternative gibt es die Mediation. Eine Liste möglicher Mediatoren können Sie z.B. von der IHK Dresden erhalten….

Mehr

Was ist die Gesellschaftssatzung –und was gehört unbedingt hinein?

Wenn Sie Gesellschafter/in einer GmbH oder UG werden, kommen Sie an einem Begriff nicht vorbei: der Gesellschaftssatzung (auch „Gesellschaftsvertrag“ genannt). Sie ist das Fundament Ihrer Gesellschaft – rechtlich, wirtschaftlich und im Miteinander. Doch was genau regelt die Satzung? Welche Punkte sollten unbedingt enthalten sein? Und worauf sollten Sie als (zukünftige) Gesellschafter besonders achten? In diesem…

Mehr

top